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Goldener Hahn: Fachjury 2026

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Goldener Hahn: Fachjury 2026
Fotos: Joanna Pianka

Viele neue Gesichter, eine entspannte Atmosphäre und spürbare Vorfreude auf einen intensiven Jurytag: Bei der Fachjurysitzung in der Wirtschaftskammer Niederösterreich in St. Pölten kamen Kreative aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, um die besten Arbeiten für den Goldenen Hahn zu bewerten.

Draußen zeigte der Sommer mit Höchsttemperaturen, was er kann, drinnen sorgte eine angenehm klimatisierte Atmosphäre für einen kühlen Kopf. Nach und nach trafen die Jurorinnen und Juroren aus den unterschiedlichsten Richtungen in St. Pölten ein. Bei Kaffee und ersten Gesprächen herrschte von Beginn an eine entspannte, offene Atmosphäre. Für viele war es das erste persönliche Kennenlernen, denn die Fachjury wurde in diesem Jahr neu zusammengesetzt. Der Großteil war vor Ort, drei Jurymitglieder wurden online zugeschaltet. Unterschiedliche Erfahrungen, neue Perspektiven und internationale Expertise kamen so zusammen.

Hohe Expertise
Schon die Vorstellungsrunde machte deutlich, wie vielfältig die Fachjury besetzt war: Verschiedene Disziplinen, berufliche Hintergründe und jede Menge Erfahrung trafen aufeinander. Trotz der unterschiedlichen Perspektiven begegneten sich alle Jurorinnen und Juroren mit großer Wertschätzung und auf Augenhöhe – die ideale Basis für offene Diskussionen und fundierte Entscheidungen. Die Begrüßung durch Fachgruppenobmann Andreas Kirnberger fiel herzlich aus. Er hieß die Jurorinnen und Juroren willkommen, stellte das Organisationsteam vor und betonte, dass er bewusst nicht in den Jurierungsprozess eingebunden ist. Die Entscheidungen liegen ausschließlich in den Händen der unabhängigen Fachjury.

Schon die Vorstellungsrunde machte deutlich, wie vielfältig die Fachjury besetzt war.

Zum Auftakt richtete der Juryvorsitzende Jason Romeyko einige persönliche Worte an die Expertinnen und Experten. Sein Appell: ohne Vorurteile bewerten, starke Ideen erkennen, gutes Handwerk wertschätzen und sich immer fragen, ob eine Arbeit so überzeugend ist, dass man sie am liebsten selbst entwickelt hätte. Mit dem Impuls im Gepäck startete die Fachjury in die Bewertungsphase. In zwei Gruppen wurden die Arbeiten analysiert, verglichen und intensiv diskutiert. 

Welchen Eindruck haben die Jurorinnen und Juroren von den Arbeiten?
Ein langjähriges Jurymitglied ist Herbert Sojak. Der Gerichtssachverständige meinte: „Für mich ist es spannend, dass mit der Technik und der Technologie auch die Einreichungen mehr oder weniger beeinflusst werden. Man merkt den Einfluss von KI auf die Gestaltung der Einreichunterlagen und in der Umsetzung.“ Daniela Hollerer, Director Planning and Implementation, Dentsu, ist sich sicher: „Es sind auf jeden Fall sehr spannende und kreative Arbeiten dabei. Es gibt eine große Bandbreite an Projekten, die wirklich von–bis gehen und das Bewerten interessant machen.“ 

Johannes Zederbauer, Prorektor und Geschäftsführer der New Design University (NDU), betonte: „Es ist schön zu sehen, dass die Vielfalt lebt. Ich bin froh, dass die menschliche Kreativität immer noch den Vorrang hat. Trotzdem denke ich, KI ist einfach da und sie wird sehr gut eingesetzt, manchmal mehr, manchmal weniger. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass wir einen intensiven Dialog führen und dass die Zuordnung der einzelnen Projekte in die Kategorien immer schwieriger wird, da alles stark ineinander greift.“ Denise Thiery, Marketingleiterin bei der Firma Brantner, war das erste Mal in der Jury dabei und hielt fest: „Es waren spannende Projekte vertreten. Gerade in der Kategorie Grafikdesign finde ich richtig aufregend, was ich da alles gesehen habe.“

Dominik Paulnsteiner, Geschäftsführer Domicom, war überzeugt: „Es sind sehr viele sehr spannende Projekte dabei. Ich finde, teilweise stechen sogar eher die kleineren Projekte mit sehr wenig Budget deutlich mehr heraus. Und gleichzeitig umgekehrt: Bei sehr teuren Projekten denke ich mir, es sind solide und schöne Projekte. Es fehlt mir aber manchmal ein bisschen die Exzellenz, die ich mir dann erwarte.“ Isabella Abel, Modefotografin, erklärte: „Ich bin heuer das erste Mal dabei und finde es wichtig, Vergleiche ziehen zu können und zu sehen, wie sich die Branche entwickelt. Ich finde es sehr gut, dass der Goldene Hahn den regionalen Bezug in Niederösterreich so stark berücksichtigt. Gleichzeitig müssen die Arbeiten für ein breites Publikum verständlich bleiben, ohne dabei den Anspruch zu verlieren, moderne Kommunikation zu zeigen.“

Trotz der unterschiedlichen Perspektiven begegneten sich alle Jurorinnen und Juroren mit großer Wertschätzung und auf Augenhöhe.

Marco Lumsden, CEO von Lumsden & Friends, unterstrich: „Mein Eindruck ist in manchen Kategorien ausgezeichnet und in anderen merkt man einfach den Werbedruck, den die Branche gerade erlebt. Es geht hauptsächlich um Conversion, die Kreativität wird von Auftraggeberinnen und Auftraggebern anscheinend nicht mehr sehr gefordert. Ich merke leider sehr stark dieses Generische – alles beginnt, ein bisschen gleich auszusehen. Das ist anscheinend durch die KI-Entwicklung passiert. Aus meiner Sicht muss man daran arbeiten, dass die Kreativität wieder einen fixen Platz bekommt.“ Patricia Gnauer, Client Service Director OMD, fasste zusammen: „Ich finde die Arbeiten sehr vielfältig und vielseitig, vielleicht ein bisschen durchwachsen. Wir diskutieren in der Jury, ob die Kategorien immer die passenden für die Einreichungen sind.“ 

Andreas Kirnberger, Fachgruppenobmann, über seinen Eindruck der Fachjury: „Es war eine großartige Runde in diesem Jahr unter dem Vorsitz von Jason Romeyko. Ich finde es beeindruckend, welche Diskussionen entstanden sind und wie Fachleute, die sich zum Teil gar nicht kannten, ihre Stärken gemeinsam sichtbar machten. Das ist sicher ein Mehrwert für den Goldenen Hahn.“ Wolfgang Kessler, Fachgruppenobmann-Stv. und Projektleiter Goldener Hahn, über dessen Bedeutung: „Über Jahrzehnte ist der Goldene Hahn zu einer Marke geworden, zu einer begehrten Trophäe. Weg von Nice-to-have, hin zu: Wenn man den Landeswerbepreis gewinnt, dann hat man wirklich etwas erreicht. Und die Jury, das sieht man deutlich, wird immer internationaler aufgestellt.“ Andreas Roffeis, Juryleitung Goldener Hahn, über die Fachjury: „Wir waren eine große Jury, viele vor Ort, einige online zugeschaltet. Man hat gespürt, wie intensiv der Austausch war. Besonders freut mich, dass technisch alles reibungslos funktioniert hat. Mein Dank gilt allen Jurymitgliedern, die sich die Zeit genommen haben, vor Ort oder online dabei zu sein. Mit ihrem fachlichen und kreativen Input haben sie wesentlich dazu beigetragen, die besten Arbeiten auszuwählen und den Goldenen Hahn in den einzelnen Kategorien auf höchstem Niveau zu jurieren.“

Stimmen aus der Jury! Ein Tag, viele Perspektiven
Wie war die Stimmung in der Fachjury? Wir haben die Jurorinnen und Juroren nach ihrem Eindruck gefragt – und spannende Einblicke in den intensiven Austausch und die gemeinsame Arbeit erhalten.

Max Niederschick, Gestalter, NWP consulting_content_creation: „Die Stimmung ist super, es wird zum Teil kontrovers diskutiert, was mir taugt, und vor allem sind alle sehr wertschätzend. Jason Romeyko, der Juryleiter, macht großartige Arbeit – er leitet durch, gibt sehr viel Raum, öffnet Räume für die Jurorinnen und Juroren, das finde ich sehr gut.“ Andrea Stoidl, Geschäftsführerin Österreichischer Werberat (ÖWR): „Ich finde es total spannend, denn neue Ansätze und unterschiedliche Sichtweisen bringen eine ganz andere Qualität in die Diskussionen. Der Juryvorsitzende sorgt mit seiner internationalen Erfahrung für einen zusätzlichen Blickwinkel. Das verleiht der Jury einen besonderen internationalen Touch. Insgesamt ist das ein gelungenes Setting, aus dem alle viel mitnehmen können.“

Marc Damm, Creative Lead und Co-Founder von DUO: „Ich habe einen extrem positiven Eindruck. Die Jury ist unglaublich divers, vereint unterschiedlichste Disziplinen und besteht aus großartigen Fachleuten. Dadurch entsteht ein intensiver Austausch.“ Iris Kamauf, Happy Branding: „Ich finde die Stimmung außerordentlich gut. Das Spannende ist, Menschen aus unterschiedlichen Richtungen kennenzulernen. Es sind nicht alle Designerinnen und Designer, sondern sie bringen verschiedene Einflüsse mit. Von jeder und jedem Einzelnen zu hören, was sie an einem Projekt begeistert und diese Blickwinkel noch zu diskutieren, ist super.“

Michael Dürr, Fotograf und Kurzfilmemacher: „Es ist ein angenehmes Miteinander. Wir sprechen uns ab, man hört zu, was die anderen sagen, welchen Eindruck die Nachbarin oder der Nachbar hat, und ich finde, es ist hier eine tolle Stimmung.“ Martina Černy, CEO und Gründerin Making-of Fotoproduktions- und Stylingagentur: „Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt habe – ein reger Austausch mit vielen unterschiedlichen Meinungen. Ich muss ehrlich sagen: Zweimal habe ich meine Bewertung geändert, weil ich durch die Diskussion mit den anderen Jurorinnen und Juroren Aspekte erkannt habe, die mir zuvor nicht aufgefallen waren.“